Heizung und Warmwasser sind ausgefallen
Heizung und Warmwasser sind gleichzeitig kalt – was tun?
Fällt beides zusammen aus, liegt es meist an der Versorgung – Strom, Gas, Öl oder Pellets – oder die Anlage steht auf Störung. Die erste Frage lautet deshalb: Hat das Gerät überhaupt noch eine Anzeige?
Der gleichzeitige Ausfall beider Funktionen ist ein deutliches Zeichen: Der Wärmeerzeuger selbst arbeitet nicht. Entweder fehlt ihm etwas – Strom oder Brennstoff – oder er hat sich wegen einer Störung abgeschaltet. Die Reihenfolge unten führt vom Harmlosen zum Ernsteren.
Zuerst: Gibt es ein Gefahrenmerkmal?
Bei Gasgeruch – auch bei leichtem Verdacht –, ausgelöstem CO-Melder, Rauch oder Schmorgeruch, sichtbaren Schäden an der Elektrik oder starker Wasserleckage prüfen Sie nichts selbst: Gebäude verlassen und die Feuerwehr unter 112 rufen.
Mögliche Ursachen
15 Ursachen kommen in Frage – 7 können Sie gefahrlos selbst prüfen, 3 unter den jeweils genannten Voraussetzungen und bei 5 ist ein Fachbetrieb nötig. Jede Angabe stammt aus der Wissensbasis der Diagnose; die verwendeten Quellen stehen unten.
Der Heizungsschalter war ausgeschaltet
Sicher selbst prüfbarDer separate Heizungs- oder Notschalter unterbricht die Stromversorgung der gesamten Anlage. Steht er auf Aus, bleibt das Gerät vollständig dunkel. Das ist eine der häufigsten und harmlosesten Ursachen.
- 1 Schalter wieder einschalten
- 2 Ein bis zwei Minuten warten, bis das Gerät hochgefahren ist
- 3 Prüfen, ob die Anzeige am Heizgerät wieder aktiv ist
- 4 Anschließend Heizung oder Warmwasser anfordern und Ergebnis prüfen
Der Betriebsschalter am Gerät stand auf Aus
Sicher selbst prüfbarDer Ein/Aus-Schalter am Heizgerät schaltet die Anlage komplett ab. Das passiert häufig unbeabsichtigt bei Reinigungs- oder Umräumarbeiten im Heizungsraum.
- 1 Betriebsschalter am Gerät wieder einschalten
- 2 Ein bis zwei Minuten warten, bis die Anzeige erscheint
- 3 Betriebsart prüfen, viele Geräte starten im zuletzt gewählten Modus
- 4 Heizung oder Warmwasser anfordern und Ergebnis prüfen
Eine externe Zeitschaltuhr hat die Anlage abgeschaltet
Sicher selbst prüfbarManche Anlagen hängen an einer separaten Zeitschaltuhr oder einem Rundsteuerempfänger im Sicherungskasten. Steht deren Uhrzeit falsch oder ist ein Programm verstellt, bleibt das Heizgerät zur falschen Zeit ohne Strom.
- 1 Im Sicherungskasten nach einer Zeitschaltuhr für die Heizung sehen
- 2 Uhrzeit und Schaltzeiten kontrollieren
- 3 Zum Test vorübergehend auf Dauerbetrieb stellen, falls die Uhr das erlaubt
- 4 Ist keine solche Uhr vorhanden, trifft diese Ursache nicht zu
Die Anlage steht im Abschalt- oder Standby-Betrieb
Sicher selbst prüfbarIm Abschaltbetrieb bleibt nur der Frostschutz aktiv. Weder Heizung noch Warmwasser werden bereitgestellt. Das ist eine reine Einstellung, kein Defekt.
- 1 Betriebsart am Regler auf Heizbetrieb oder Automatik stellen
- 2 Prüfen, ob zusätzlich die Warmwasserbereitung aktiviert werden muss
- 3 Solltemperatur prüfen
- 4 Ergebnis nach einigen Minuten prüfen
Die Tastensperre ist aktiv
Sicher selbst prüfbarViele Regler haben eine Tasten- oder Kindersicherung. Ist sie aktiv, nimmt das Gerät keine Eingaben mehr an – meist erkennbar an einem Schlüssel- oder Schlosssymbol im Display.
- 1 Nach einem Schlüssel- oder Schlosssymbol im Display sehen
- 2 Die Sperre nach Bedienungsanleitung aufheben, häufig durch längeres Drücken einer Taste
- 3 Anschließend die gewünschte Einstellung vornehmen
Ausgelöste Sicherung – unter Voraussetzungen selbst prüfbar
Nur unter VoraussetzungenEin ausgelöster Leitungsschutzschalter oder FI-Schalter trennt die Heizung vom Strom. Das einmalige Wiedereinschalten ist eine zulässige Benutzerhandlung. Löst die Sicherung erneut aus, liegt ein technischer Fehler vor.
Nur wenn das alles zutrifft
Nur wenn der Sicherungskasten frei zugänglich ist. Es darf keine Abdeckung geöffnet werden müssen. Es dürfen keine Brand-, Schmor- oder Feuchtigkeitsspuren sichtbar sein. Der Schalter muss sich ohne Kraft bedienen lassen.
- 1 Sicherung genau einmal wieder einschalten
- 2 Prüfen, ob das Heizgerät wieder eine Anzeige zeigt
- 3 Löst die Sicherung erneut aus: nicht noch einmal einschalten
- 4 Bei erneutem Auslösen Elektrofachkraft oder Heizungsfachbetrieb beauftragen
Der FI-Schutzschalter hat ausgelöst
Nur unter VoraussetzungenEin ausgelöster FI-Schutzschalter trennt einen ganzen Stromkreis. Fällt zusammen mit der Heizung auch anderswo der Strom aus, ist das ein deutliches Zeichen. Das einmalige Wiedereinschalten ist zulässig.
Nur wenn das alles zutrifft
Nur wenn der Sicherungskasten frei zugänglich ist. Es darf keine Abdeckung geöffnet werden müssen. Es dürfen keine Brand-, Schmor- oder Feuchtigkeitsspuren sichtbar sein. Der Schalter muss sich ohne Kraft bedienen lassen.
- 1 Sicherungskasten prüfen: Der FI-Schalter steht dann auf Aus
- 2 Ihn genau einmal wieder einschalten
- 3 Löst er sofort erneut aus: nicht noch einmal einschalten
- 4 Bei erneutem Auslösen Elektrofachkraft beauftragen – dann liegt ein Fehlerstrom vor
Entstörung nach Herstellervorgabe
Nur unter VoraussetzungenViele Geräte sehen eine einmalige Entstörung durch den Benutzer vor. Wiederholtes Entstören ist nicht zulässig. Bei jedem Entstören startet das Gerät einen neuen Zündversuch, obwohl die Ursache weiter besteht. Eine Störung, die sofort erneut auftritt, gehört deshalb in Fachhand.
Nur wenn das alles zutrifft
Nur wenn die Bedienungsanleitung Ihres Geräts eine Entstör- oder Reset-Taste ausdrücklich für Benutzer vorsieht und keines der Gefahrenmerkmale vorliegt. Keine Verkleidung öffnen.
- 1 Entstör- oder Reset-Taste genau nach Bedienungsanleitung einmal betätigen
- 2 Ergebnis abwarten
- 3 Tritt die Störung erneut auf: nicht wiederholt entstören
- 4 Fachbetrieb mit diesem Diagnosebericht beauftragen
Es kommt kein Gas im Haus an
Fachbetrieb erforderlichFunktioniert auch Ihr Gasherd nicht, liegt es nicht an der Heizung. Dann fehlt das Gas im ganzen Haus. Zuständig ist Ihr Netzbetreiber, nicht ein Heizungsbauer.
Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.
Der Öltank ist leer oder fast leer
Sicher selbst prüfbarOhne Brennstoff geht die Anlage nach wenigen erfolglosen Startversuchen auf Störung. Das ist kein Defekt – und die mit Abstand häufigste harmlose Ursache bei Ölheizungen.
- 1 Ölstand an der Anzeige ablesen und notieren
- 2 Heizöl beim Lieferanten bestellen
- 3 Nach dem Befüllen die Anlage einmal zurücksetzen – dafür gibt es meist eine Taste, die Bedienungsanleitung nennt sie
- 4 Springt sie danach nicht an, muss die Ölleitung entlüftet werden: das ist Aufgabe des Fachbetriebs
Vermutlich ist die Ölzufuhr noch abgesperrt
Fachbetrieb erforderlichZwischen Tank und Brenner sitzen Absperrhähne, meist am Ölfilter. Werden sie nach einer Wartung oder Tankreinigung nicht wieder geöffnet, bekommt der Brenner kein Öl. Das Öffnen überlassen Sie bitte dem Fachbetrieb: Wurde der Hahn aus einem anderen Grund geschlossen, kann Öl austreten.
Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.
Der Brennstoffvorrat ist leer
Sicher selbst prüfbarOhne Pellets geht die Anlage nach erfolglosen Startversuchen auf Störung. Auch bei vollem Lager kann die Förderschnecke leergelaufen sein.
- 1 Vorratsbehälter und Lager prüfen
- 2 Bei leerem Lager Pellets nachbestellen
- 3 Nach dem Befüllen die Anlage einmal zurücksetzen, wie es die Bedienungsanleitung beschreibt
- 4 Fördert die Anlage danach keinen Brennstoff: Fachbetrieb einschalten
Fernwärme – bitte den Versorger kontaktieren
Fachbetrieb erforderlichBei Fernwärme erzeugt Ihre Anlage keine Wärme selbst, sondern übernimmt sie aus dem Netz. Fällt die Wärme aus, liegt die Ursache meist in der Übergabestation oder auf der Netzseite. Zuständig ist Ihr Wärmeversorger, nicht ein Heizungsbauer.
Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.
Keine Spannungsversorgung feststellbar – Fachbetrieb erforderlich
Fachbetrieb erforderlichDie sicheren Selbsthilfeschritte sind abgeschlossen. Das Gerät bleibt ohne Anzeige, obwohl die zugänglichen Schalter und Sicherungen in Ordnung sind. Für die weitere Diagnose ist ein Fachbetrieb erforderlich.
Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.
Keine sichere Ursache gefunden – Fachbetrieb erforderlich
Fachbetrieb erforderlichDie sicheren Selbsthilfeschritte sind abgeschlossen. Für die weitere Diagnose ist ein Fachbetrieb erforderlich. Ihre Angaben sind im Diagnosebericht zusammengefasst und ersparen dem Fachbetrieb Rückfragen.
Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.
Was Sie auf keinen Fall selbst tun sollten
- Die Verkleidung des Heizgeräts öffnen – dahinter liegen gas- und stromführende Teile.
- An Gasleitungen, Gasarmaturen oder am Brenner arbeiten.
- Elektrische Bauteile der Anlage abklemmen, überbrücken oder ersetzen.
- Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckventile verstellen oder blockieren.
- Mehrfach hintereinander entstören, um eine Störung „wegzudrücken".
- Serviceparameter oder Fachmannebene am Regler verändern.
Wiederholtes Entstören ist deshalb heikel, weil die Störung eine Schutzfunktion ist. Wer sie mehrfach quittiert, schaltet die Schutzfunktion faktisch ab, ohne die Ursache zu beseitigen.
Ihren Fall genauer eingrenzen
Die Liste oben zeigt, was in Frage kommt. Welche Ursache bei Ihnen vorliegt, grenzt die geführte Diagnose ein: Sie fragt zuerst Gefahrenmerkmale ab, dann Ihre Anlage, und nennt am Ende die Ursachen, die zu Ihren Antworten passen – mit der Einordnung, ob Sie selbst tätig werden dürfen.
Ohne Anmeldung, ohne Werbung. Am Ende erhalten Sie einen Diagnosebericht mit Gerätetyp, Fehlercode und allem bereits Geprüften – zum Ausdrucken für den Fachbetrieb.
Wenn Sie einen Fachbetrieb rufen: Das sollten Sie bereithalten
Gerätetyp und Baujahr
Steht auf dem Typenschild am Gerät, meist unter der Frontblende oder seitlich.
Fehlercode im Wortlaut
Genau so, wie er am Display steht – Buchstaben und Ziffern.
Was Sie bereits geprüft haben
Erspart dem Monteur die Suche und Ihnen einen Teil der Arbeitszeit.
Seit wann es auftritt
Dauerhaft, sprunghaft oder nur zu bestimmten Zeiten?
Anlagendruck
Der Wert an der runden Anzeige mit Zeiger, abgelesen bei kalter Anlage.
Letzte Wartung
Datum und ausführender Betrieb, falls bekannt.
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Woher diese Angaben stammen
Die Ursachen auf dieser Seite kommen aus derselben geprüften Wissensbasis, die auch die Diagnose verwendet – gepflegt von der LCW Haustechnik GmbH, einem SHK-Fachbetrieb aus Bergisch Gladbach. Betriebsleiter Marius Wiegmann ist Sachverständiger für Technische Gebäudeausrüstung.
Verwendete Quellen
- Eigene strukturierte SHK-Diagnoselogik (LCW Haustechnik GmbH)
Stand: 2026-08-13 · Diese Seite ersetzt keine Prüfung vor Ort und ist keine Reparaturanleitung.