Kohlenmonoxid im Pelletlager: die unterschätzte Gefahr
Ist es gefährlich, einen Pelletlagerraum zu betreten?
Aus Holzpellets entweicht Kohlenmonoxid. Das Gas ist farblos, geruchlos und giftig. Nach Messungen der DGUV können in geschlossenen Lagerräumen lebensbedrohliche Konzentrationen entstehen. Besonders hoch sind die Werte in den ersten Wochen nach einer Lieferung.
Woher das Gas kommt
Kohlenmonoxid entsteht nicht nur im Kessel. Es entweicht auch aus den Pellets selbst.
Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV beschreibt den Vorgang als Autooxidation. Holzinhaltsstoffe reagieren dabei mit dem Sauerstoff der Luft.
Früher galten zurückströmende Rauchgase aus der Heizung als Hauptursache. Nach neueren Untersuchungen ist die Reaktion der Pellets selbst ebenso bedeutsam.
Das Gas ist farblos und riecht nicht. Man bemerkt es ohne Messgerät nicht.
Wie hoch die gemessenen Werte lagen
Das Institut für Arbeitsschutz führte von 2014 bis 2016 ein Messprogramm durch. Es umfasste mehr als 250 Messungen in 26 Betriebsstätten.
In Außensilos wurden bis zu 360 Milligramm je Kubikmeter gemessen. In Innensilos waren es bis zu 1100 Milligramm je Kubikmeter.
Der Arbeitsplatzgrenzwert liegt bei 35 Milligramm je Kubikmeter. Die Messwerte lagen also um ein Vielfaches darüber.
Bei loser Schüttung außerhalb von Silos sah es anders aus. Dort lagen die Werte durchgehend unter einem Zehntel des Grenzwerts.
Wann die Werte am höchsten sind
Der Zeitpunkt spielt eine große Rolle. Das Umweltbundesamt nennt dazu eine klare Frist.
Innerhalb der ersten vier Wochen nach der Lieferung ist mit erhöhten Konzentrationen zu rechnen. Frisch befüllte Lager sind also besonders kritisch.
Die Behörde nennt als Grund gesundheitsschädliche Kohlenmonoxid-Emissionen aus den Pellets. Diese reichern sich im Lagerraum an.
Was daraus für ein Wohnhaus folgt
Die zitierten Regeln stammen aus dem gewerblichen Arbeitsschutz. Sie gelten nicht unmittelbar für ein privates Haus.
Die physikalische Ursache ist im Privatlager aber dieselbe. Auch ein Keller-Lagerraum ist ein geschlossener Raum.
Die DGUV nennt zwei Schutzpunkte: eine wirksame Belüftung des Lagers und die Messung der Luft vor dem Betreten. Bei Lieferung und Wartung übernehmen das die Fachleute des Lieferanten oder des Heizungsbetriebs.
Ein fest installierter Kohlenmonoxid-Warnmelder ist im Handel erhältlich. Über eine Pflicht in Privathäusern sagen die abgerufenen Quellen nichts.
Sie haben ein konkretes Problem?
Dieser Artikel erklärt Zusammenhänge. Ob Sie bei Ihrer Anlage selbst etwas prüfen dürfen, hängt vom Einzelfall ab – das grenzt die geführte Diagnose ein und sagt Ihnen klar, wo die Selbsthilfe endet.
Weitere Artikel dazu
Muss eine alte Heizung nach 30 Jahren ausgetauscht werden?
Muss ich meine alte Heizung austauschen, wenn sie 30 Jahre alt ist?
Warum Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet werden
Warum wird bei der Heizkostenabrechnung nicht alles nach Wohnfläche verteilt?
Wartung und Schornsteinfeger: zwei verschiedene Termine
Was ist der Unterschied zwischen Heizungswartung und der Prüfung durch den Schornsteinfeger?
Quelle und Stand
DGUV Information FBHL-005: Kohlenmonoxid bei Transport und Lagerung von Holzpellets im gewerblichen Gebrauch Einleitung, Anlass der Veröffentlichung Abgerufen am 2026-08-13
Fachlich geprüft von Marius Wiegmann, LCW Haustechnik GmbH, 2026-08-13 · Herausgeberin: LCW Haustechnik GmbH, Bergisch Gladbach · Dieser Artikel erklärt Zusammenhänge und ist keine Reparaturanleitung.