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Wärmepumpe heizt nicht richtig

Warum heizt meine Wärmepumpe nicht richtig?

Vieles, was bei einer Wärmepumpe wie eine Störung aussieht, ist planmäßiger Betrieb: Abtauen, eine Sperrzeit des Netzbetreibers, leiser Nachtbetrieb oder das Warten auf Solarstrom. Auch die Geräusche sind andere als bei einem Kessel.

Wärmepumpen verhalten sich grundlegend anders als Gas- oder Ölkessel. Sie laufen länger und leiser, unterbrechen planmäßig und erreichen bewusst nicht jede Wassertemperatur. Bevor Sie einen Fehler vermuten, lohnt der Blick auf die Betriebszustände, die ganz normal sind.

Zuerst: Gibt es ein Gefahrenmerkmal?

Bei Gasgeruch – auch bei leichtem Verdacht –, ausgelöstem CO-Melder, Rauch oder Schmorgeruch, sichtbaren Schäden an der Elektrik oder starker Wasserleckage prüfen Sie nichts selbst: Gebäude verlassen und die Feuerwehr unter 112 rufen.

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Mögliche Ursachen

13 Ursachen kommen in Frage – 11 können Sie gefahrlos selbst prüfen und bei 2 ist ein Fachbetrieb nötig. Jede Angabe stammt aus der Wissensbasis der Diagnose; die verwendeten Quellen stehen unten.

Die Wärmepumpe taut gerade ab

Sicher selbst prüfbar

Bei Kälte setzt sich am Außengerät Eis an. Zum Abtauen dreht die Anlage ihren Kreislauf kurz um. In dieser Zeit wird das Wasser, das zu den Heizkörpern fließt, kühler, und das Außengerät wird deutlich lauter. Beides ist normal.

  1. 1 Vorgang abwarten, er dauert meist einige Minuten
  2. 2 Prüfen, ob das Außengerät frei steht und nicht von Laub, Schnee oder Gegenständen verdeckt ist
  3. 3 Kondenswasser unter dem Außengerät ist normal
  4. 4 Taut die Anlage auffällig oft ab oder bleibt sie vereist: Fachbetrieb einschalten

Die Wärmepumpe ist in einer Sperrzeit des Netzbetreibers

Sicher selbst prüfbar

Wärmepumpen mit vergünstigtem Stromtarif dürfen vom Netzbetreiber mehrmals täglich für eine begrenzte Zeit abgeschaltet werden. Die Anlage ist in Ordnung und läuft danach von selbst wieder an.

  1. 1 Sperrzeit abwarten, üblicherweise bis zu zwei Stunden am Stück
  2. 2 Prüfen, ob die Räume in dieser Zeit merklich auskühlen
  3. 3 Kommt regelmäßig zu wenig Wärme an: mit dem Fachbetrieb über die Grundeinstellung sprechen
  4. 4 Die genauen Sperrzeiten nennt Ihnen Ihr Stromversorger

Der leise Nachtbetrieb drosselt die Leistung

Sicher selbst prüfbar

Viele Wärmepumpen haben einen Flüster- oder Nachtmodus. Das Außengerät läuft dann langsamer und wird leiser – liefert aber auch weniger Wärme. An sehr kalten Nächten reicht das manchmal nicht.

  1. 1 Am Regler nachsehen, ob ein Nacht-, Flüster- oder Silent-Modus aktiv ist
  2. 2 Die Zeiten prüfen, in denen er gilt
  3. 3 An sehr kalten Tagen vorübergehend abschalten
  4. 4 Auf die Nachbarschaft achten: Das Außengerät wird dann hörbar lauter

Die Wärmepumpe wartet auf Solarstrom

Sicher selbst prüfbar

Ist die Anlage mit einer Photovoltaikanlage gekoppelt, wartet sie manchmal bewusst auf eigenen Sonnenstrom. Sie heizt dann später am Tag statt sofort. Das spart Geld und ist kein Fehler.

  1. 1 Am Regler oder in der App nachsehen, ob ein Solar- oder Eigenstrombetrieb aktiv ist
  2. 2 Prüfen, ob die Anlage im Tagesverlauf nachheizt
  3. 3 Wird es Ihnen regelmäßig zu kalt, diese Funktion vorübergehend abschalten
  4. 4 Die Einstellung dazu beschreibt die Bedienungsanleitung

Die Wärmepumpe steht im Kühlbetrieb

Sicher selbst prüfbar

Wärmepumpen mit Kühlfunktion haben eine eigene Betriebsart dafür. Steht der Regler auf Kühlen, wird selbstverständlich nicht geheizt – auch wenn es draußen kalt ist.

  1. 1 Betriebsart am Regler auf Heizen oder Automatik stellen
  2. 2 Prüfen, ob eine Umschaltung nach Datum oder Außentemperatur hinterlegt ist
  3. 3 Einige Zeit abwarten, Wärmepumpen reagieren träger als eine Therme

Der Boden wird gerade planmäßig trockengeheizt

Sicher selbst prüfbar

Nach einem Neubau oder einer Sanierung muss der frische Boden langsam trocknen. Dafür fährt die Wärmepumpe wochenlang ein festes Programm. Sie hält sich dabei an einen Temperaturplan und ignoriert Ihre Einstellungen. Das ist so gewollt.

  1. 1 Am Regler nachsehen, ob dort ein Aufheiz- oder Trocknungsprogramm angezeigt wird
  2. 2 Falls eine Restlaufzeit angezeigt wird: notieren
  3. 3 Das Programm nicht abbrechen, der Boden braucht diesen Verlauf
  4. 4 Bei Fragen den Fachbetrieb ansprechen, der das Programm gestartet hat

Das sind die normalen Geräusche einer Wärmepumpe

Sicher selbst prüfbar

Eine Wärmepumpe arbeitet hörbar. Ein gleichmäßiges Brummen des Außengeräts, ein Rauschen beim Anlaufen und lautere Phasen beim Abtauen gehören dazu. Auffällig wird es erst bei Klopfen, Schleifen oder Quietschen.

  1. 1 Notieren, wann das Geräusch auftritt und wie es klingt
  2. 2 Prüfen, ob es beim Abtauen oder beim Anlaufen lauter wird
  3. 3 Auf festen Stand des Außengeräts achten, lose Abdeckungen können scheppern
  4. 4 Bei Klopfen, Schleifen oder Quietschen den Fachbetrieb einschalten

Der Wärmespeicher ist nach der Sperrzeit leer

Sicher selbst prüfbar

Viele Wärmepumpen haben einen großen Wasserspeicher. Er versorgt das Haus weiter, wenn der Stromversorger die Anlage kurz abschaltet. War die Pause lang oder ist es sehr kalt, ist der Speicher irgendwann leer und es kommt kurzzeitig zu wenig Wärme an.

  1. 1 Nach dem Ende der Sperrzeit ein bis zwei Stunden abwarten
  2. 2 Prüfen, ob die Räume dann wieder wärmer werden
  3. 3 Tritt das jeden Tag auf, notieren Sie es für den Fachbetrieb
  4. 4 Dann passen Speichergröße oder Einstellung nicht zum Verbrauch

Das Außengerät bekommt keine Luft

Sicher selbst prüfbar

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht freien Luftstrom. Laub, Schnee, Bewuchs oder abgestellte Gegenstände vor dem Verdampfer senken die Leistung deutlich oder führen zur Abschaltung.

  1. 1 Freiraum vor und hinter dem Außengerät schaffen, mindestens eine Armlänge
  2. 2 Laub, Schnee und Eis vorsichtig entfernen, ohne die Lamellen zu verbiegen
  3. 3 Prüfen, ob der Kondensatablauf unter dem Gerät frei ist
  4. 4 Anlage anschließend einige Zeit beobachten

Eine Wärmepumpe braucht länger für Warmwasser

Sicher selbst prüfbar

Eine Wärmepumpe erwärmt den Wasserspeicher langsamer als eine Gastherme. Nach mehreren Bädern hintereinander dauert es deshalb, bis wieder genug warmes Wasser da ist. Das ist bauartbedingt und kein Defekt.

  1. 1 Ein bis zwei Stunden abwarten und erneut prüfen
  2. 2 Am Regler nachsehen, ob eine Aufheizung läuft
  3. 3 Bei regelmäßig zu wenig Warmwasser die Aufheizzeiten anpassen
  4. 4 Reicht das nicht, mit dem Fachbetrieb über die Speichergröße sprechen

Eine Wärmepumpe erreicht nicht jede Wassertemperatur

Sicher selbst prüfbar

Wärmepumpen erzeugen Warmwasser wirtschaftlich bis zu einer bestimmten Temperatur. Darüber müsste ein Heizstab zuheizen, was viel Strom kostet. Deshalb ist die Temperatur oft bewusst begrenzt.

  1. 1 Am Regler die eingestellte Warmwassertemperatur ablesen
  2. 2 Prüfen, ob eine Zusatzheizung abgeschaltet ist
  3. 3 Eine Erhöhung mit dem Fachbetrieb besprechen, sie kostet spürbar Strom
  4. 4 Für den Alltag hilft oft, die Aufheizzeit vor den Bedarf zu legen

Die Heizung läuft, kommt aber nicht gegen die Kälte an

Fachbetrieb erforderlich

Die Anlage arbeitet, doch die Räume werden nicht richtig warm. Dann ist meist die Grundeinstellung zu niedrig: Das Wasser, das zu den Heizkörpern fließt, ist für dieses Wetter nicht heiß genug. Das ist eine Einstellung am Regler und kein Defekt.

Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.

Keine sichere Ursache gefunden – Fachbetrieb erforderlich

Fachbetrieb erforderlich

Die sicheren Selbsthilfeschritte sind abgeschlossen. Für die weitere Diagnose ist ein Fachbetrieb erforderlich. Ihre Angaben sind im Diagnosebericht zusammengefasst und ersparen dem Fachbetrieb Rückfragen.

Hierzu gibt es keine Handlung für Betreiber. Die Prüfung erfordert Messtechnik oder Eingriffe am geöffneten Gerät.

Was Sie auf keinen Fall selbst tun sollten

Wiederholtes Entstören ist deshalb heikel, weil die Störung eine Schutzfunktion ist. Wer sie mehrfach quittiert, schaltet die Schutzfunktion faktisch ab, ohne die Ursache zu beseitigen.

Ihren Fall genauer eingrenzen

Die Liste oben zeigt, was in Frage kommt. Welche Ursache bei Ihnen vorliegt, grenzt die geführte Diagnose ein: Sie fragt zuerst Gefahrenmerkmale ab, dann Ihre Anlage, und nennt am Ende die Ursachen, die zu Ihren Antworten passen – mit der Einordnung, ob Sie selbst tätig werden dürfen.

Andere Probleme ansehen

Ohne Anmeldung, ohne Werbung. Am Ende erhalten Sie einen Diagnosebericht mit Gerätetyp, Fehlercode und allem bereits Geprüften – zum Ausdrucken für den Fachbetrieb.

Wenn Sie einen Fachbetrieb rufen: Das sollten Sie bereithalten

Gerätetyp und Baujahr

Steht auf dem Typenschild am Gerät, meist unter der Frontblende oder seitlich.

Fehlercode im Wortlaut

Genau so, wie er am Display steht – Buchstaben und Ziffern.

Was Sie bereits geprüft haben

Erspart dem Monteur die Suche und Ihnen einen Teil der Arbeitszeit.

Seit wann es auftritt

Dauerhaft, sprunghaft oder nur zu bestimmten Zeiten?

Anlagendruck

Der Wert an der runden Anzeige mit Zeiger, abgelesen bei kalter Anlage.

Letzte Wartung

Datum und ausführender Betrieb, falls bekannt.

Passt nicht ganz? Diese Seiten helfen weiter

Woher diese Angaben stammen

Die Ursachen auf dieser Seite kommen aus derselben geprüften Wissensbasis, die auch die Diagnose verwendet – gepflegt von der LCW Haustechnik GmbH, einem SHK-Fachbetrieb aus Bergisch Gladbach. Betriebsleiter Marius Wiegmann ist Sachverständiger für Technische Gebäudeausrüstung.

Verwendete Quellen

  • Eigene strukturierte SHK-Diagnoselogik (LCW Haustechnik GmbH)

Stand: 2026-08-13 · Diese Seite ersetzt keine Prüfung vor Ort und ist keine Reparaturanleitung.